Viel wissen wir nicht über das Leben des William Shakespeare, aber durch seine Werke haben wir einen umfassenden Eindruck über seine Welt der Emotionen.

In Amsterdam befindet sich derzeit eine Ausstellung mit dem Titel „ShakespeareNL“, die sich mit seinem Einfluss auf die Niederlande befasst. Dort werden einzelne Monologe aus seinen bekanntesten Theaterstücken gezeigt und vertont, verknüpft mit einem Hinweis auf eine bestimmte, vorherrschende Emotion.

Zu einer Zeit als die Figuren in Bühnenwerken noch weitgehend stereotyp gehalten waren, gab Shakespeare bereits tiefe Einblicke in die Motive seiner Rollen und was sie genau dazu bewegt das zu tun, was sie tun. Er kreierte Individuen, die begründen, reflektieren und ihre Gefühle ausdrücken.

Julia beispielsweise schwärmt in dem berühmten Monolog „Come night, come Romeo“, wie sie ihre Liebe mit ihm teilen will und von ihrem Wunsch nach (ewiger) Bindung.

Hamlet hingegen kann den Tod des Vaters nicht verkraften und wird von einer tiefen Trauer ergriffen. In „Oh that this too too solid Flesh, would melt,..“ beschreibt er seine Fassungslosigkeit über den Verlust des geliebten Menschen.

Und so finden sich in zahllosen weiteren Monologen Hinweise auf Gefühls- und Motivwelt der Charaktere. Gerade durch diese Beschreibungen lassen sich seine Werke durch all die Jahrhunderte hinweg in moderner und zeitloser Manier wieder und wieder aufführen, und der Zuschauer bleibt stets bewegt zurück…