Ein Zeitstück mit märchenhaften Motiven. Von Markus Mohr.

Herr Katzinski ist der Märchenbuchverwalter eines dickes Märchenbuches, das ganz am Ende eines Buchregals in einer Bibliothek vor sich hin staubt. Leider wird das Buch nicht häufig gelesen und so entsteht eine gewaltfördernde Atmosphäre unter allen Beteiligten: Langeweile und Orientierungslosigkeit machen sich breit. Herr Katzinski hat nun alle Hände voll zu tun, seine Protagonisten unter Kontrolle zu halten.
Und genau in dieser Situation bedarf es nur noch eines wortgewandten Anführers, um Wut, Frustration und Aggression zu bündeln, und einen Aufstand im Märchenbuch anzuzetteln.

„Märchenhaft ist in diesem Theaterstück höchstens die Rahmenhandlung: Aggression und Gewalt, und wie und warum sie entstehen, sind die zentralen Themen der Konflikte der Märchenfiguren. Die bösen Stiefmütter sollen in einer Therapierunde ihre permanent schlechte Laune und ihre aus Frustration entstandenen Spleens reflektieren. Die haben sie aber nur, weil sie nicht sich selbst sein dürfen. Gier nach Gewinn und konkurrierender Neid um den schönsten, mächtigsten Prinzen entzweit selbst bestbefreundete Prinzessinnen. Wut über ungleiche Ausgangspositionen, hier bei einem Kochduell zwischen der Hexe aus „Hänsel und Gretel“ und Suse mit dem selbstkochenden „süßen Brei“, treibt die Hexe an. …“ (Nach Angabe des Deutschen Theaterverlags)

Das Coaching Theater ist zu Gast bei:
HvH Coaching Etage  |  Akazienstraße 28  |  10823 Berlin
Im Akazienhof links, 2. OG
www.coaching-etage.de

Tickets: € 25,-/ erm.€ 20,- (inkl. Coaching-Impuls)
Reservierungen unter info@coaching-theater.de
(Freie Platzwahl)

 

Märchen für Erwachsene?

Ursprünglich waren Märchen tatsächlich Geschichten für Erwachsene. Da es keine Medien gab, versuchten die Menschen aus ihren Erfahrungen heraus, die Weisheiten an die folgenden Generationen weiterzugeben. Die Unterhaltung dabei war zunächst Nebensache. Zentraler war, Menschen damit in schwierigen Lebenssituationen zu helfen.

Der Schweizer Psychiater C.G. Jung (Symbolik des Geistes, 1948) hebt die Bedeutung von Entwicklungsvorgängen in den Märchen besonders auch in der Lebensmitte hervor:
„Der bisher stark nach außen gewandte Mensch tritt den Weg nach innen an. In der Reife finden Bewußtsein und Unbewußtes eine neue Verbindung, die Beziehungen zur äußeren und inneren Welt kommen zum Einklang.“

 Was gelingt einem Märchen besser als anderen Geschichten?

Gerade bei Märchen werden die Figuren weitestgehend eindimensional gehalten und die Inhalte in symbolhafter Sprache präsentiert. Die Charaktere sind meist schlicht gezeichnet. Es besteht im Allgemeinen eine deutliche Trennung zwischen Gut und Böse.

Die erzählte Handlung ist ebenfalls einfach nachzuvollziehen und lässt auf Grund ihrer Eindimensionalität reichlich Raum für Selbsterkenntnis. Märchen sind immer auf eine Lösung ausgerichtet.

In der impliziten und symbolischen Darstellung erkennt der Zuschauer allgemein gültige Lebens- und Wandlungsprozesse wieder. Es bietet so auch eine breitgefächerte Identifikation mit den Alltagsthemen des Einzelnen. Märchen erlauben uns durch diese leichtfüßige Übertragung, auf der symbolischen Ebene innere Wahrheiten mitzuerleben.

Auch wenn Märchen nicht die Realität darstellen, so spiegeln sie doch die innere, die seelische Wahrheit.“ Max Lüthi

 

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